Am Samstag, den 13. Dezember, lud die Franztaler Ortsgemeinschaft zahlreiche donauschwäbische Landsleute ins Haus der Donauschwaben nach Salzburg zu einer besinnlichen Weihnachtsfeier ein.
Die Gäste kamen gerne in den festlich dekorierten Saal. Auf den Tischen waren Kuchenteller mit selbst gebackenen Weihnachtskuchen angerichtet, größtenteils nach alten donauschwäbischen Rezepten und Überlieferungen.
Es waren auch Fruchtteller mit Kerzen in der Mitte aufgestellt, wie sie früher in den Stuben an den Fenstern standen, um die dunkle Jahreszeit zu erhellen.
Am Saalende war eine Bühne mit einem erleuchteten Christbaum aufgestellt, der festlich mit Strohsternen und Strohengeln geschmückt war.
Als alle Anwesenden in guter Stimmung waren, wurde das Licht gedimmt und es wurde still im Raum. Die Feier begann mit dem Weihnachtslied „Es wird scho glei Dumpa“ als Einleitung. Leopold spielte das Stück auf seiner „Ziach“ (österreichischer Ausdruck für die steirische Ziehharmonika).
Danach begrüßte Obmann Franz Schall die anwesenden Gäste mit Gedanken zur Weihnachtszeit und dem Hinweis, dass sich die Flucht unserer Vorfahren in diesem Jahr zum 80. Mal gejährt hat:
Ein friedliches Weihnachten ist nicht jedem Menschen vergönnt. Schon die Heilige Familie in Bethlehem fand keine Idylle vor - Statt eines Hauses gab es nur einen Stall, statt eines Bettes einen Futtertrog. Und bald darauf mussten sie fliehen, um das Leben ihres Kindes zu retten.
Auch heute verlassen Millionen Menschen ihre Heimat – getrieben von Krieg, Hunger, Verfolgung und Not.
Diese Schicksale erinnern uns an die Erlebnisse unserer donauschwäbischen Vorfahren. Im 18. Jahrhundert emigrierten viele von ihnen in die Neue Welt, über die Donau in den Süden, und nach dem Zweiten Weltkrieg, vor 80 Jahren, mussten sie ihre Heimat als Vertriebene und Flüchtlinge teilweise fluchtartig verlassen, um ihr Leben zu retten.
Heute erleben wir ähnliche Fluchtbewegungen. Familien wagen gefährliche Reisen, oft über das Meer, in der Hoffnung auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit. Viele dieser Menschen kommen nicht mit der Erwartung, alles vorzufinden, sondern mit dem Wunsch, Verfolgung und Armut zu entfliehen und ein erfülltes Leben zu führen.
Es folgte das Programm mit weihnachtlichen Flöten- und Harmonikastücken sowie Gedichten von den Kindern Leopold und Hanna. Andrea las das Weihnachtsgedicht „Kum tram mit mir“ in Salzburger Mundart, und Roswitha las später „Dr heilichi Owad“ – eine weihnachtliche Geschichte vun drhom – von Gerti Braschel. Zum Programmabschluss wurde noch gemeinsam mit den Anwesenden das weltbekannte Lied „Stille Nacht“ gesungen.
Danach wurde ein Dank an die Musikanten und Geschichtenerzähler ausgesprochen. Die Kinder erhielten für ihre Leistungen ein kleines Packerl. Ebenfalls ging ein großer Dank an die fleißigen Helfer, an die Damen für die zahlreichen Kuchenspenden und an Richard Schwarz für das Anfertigen der schönen Fruchtteller.
Die Feierlichkeit wurde schließlich bei guter Stimmung und Gesprächen mit Kaffee und Kuchen, kalten und warmen Getränken sowie Würsteln abgerundet.
Franz Schall übergab zwischendurch nach langer Tradition den über 70-jährigen Gästen als weihnachtlichen Gruß vom Verein einen Zyklamenstock für die Damen und eine Flasche Wein für die Herren.
Bei der Verabschiedung der Gäste erhielt der Vorstand großes Lob, verbunden mit dem Versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen.
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